Offen durch's Braunschweiger Land

Hubertuskapelle
Hubertuskapelle

Der Hainberg

Fürstliches Jagdrevier

Der Hainberg ist ein Teil des Innersteberglands und erstreckte sich von Baddeckenstedt im Norden bis Lutter am Barenberge im Süden. Die höchste Erhebung wird "Kalter Buschkopf" genannt, ist 299 m hoch und liegt östlich vom Ziel "Jägerhaus". Abseits der Landstraße L498, zwischen den Ortschaften Sehlde und Bockenem, liegt mitten im Hainberg das Ausflugslokal "Jägerhaus" - ein schlichter Sandsteinbau mit einem turmartigen Anbau im Süden. Was aber das Jägerhaus zum lohnenden Reiseziel macht, ist die unterhalb des Gebäudes liegende und dem Schutzheiligen der Jäger geweihte Hubertuskapelle. In den südlich gelegenen, steil abfallenden Sandstein wurde in der Zeit um 1730 eine Schutzhütte für die Jagd und eine Grotte mit einem kleinen Altar gemeißelt. Noch gut sind die Aufnahmelöcher für die Dachkonstruktion und der steinerne Kamin der nicht mehr erhaltenen Schutzhütte zu erkennen.

Jägerhaus
Jägerhaus (1830/1936)
Hubertus
Hubertus kniet vor dem Hirsch

Folgt man den Inschriften im Sandstein so wurde diese Hütte und damit auch das Relief der Hubertussage 1727 angelegt. Die Darstellung stellt die Bekehrung des Jägers (Hubertus) durch Gott in der Gestalt eines Hirsches dar. Der kniende Hubertus betet zu dem auf einem Felsvorsprung stehenden Hirsch mit dem Kreuz im Geweih - eine weithin bekannte Darstellung dieser Sage und weltweit bekannt durch das Logo eines in Wolfenbüttel hergestellten Kräuterlikörs. Schutzhütte und Grotte wurden vermutlich auf Veranlassung des Hildesheimer Fürstbischofs Clemens August I. von Bayern (1724 bis 1761 Bischof von Hildesheim) errichtet. Weitere Inschriften in den angrenzenden Felswänden zeugen von der Jagdfreude der Hildesheimer Bischöfe - 1767 Bischof Friedrich Wilhelm von Westphalen (1763 bis 1789) und 1790 Bischof Franz Egon von Fürstenberg (1789 bis 1825).

Unterhalb der Inschriften befindet sich einer der Zugänge zu einer Felsengrotte. Die Grotte ist über einen zweiten Zugang im Osten ebenfalls zu erreichen, jedoch meistens verschlossen. Im Inneren der Felsenkapelle steht an der Ostseite ein aus dem Stein gemeißelter Blockaltar und an den beiden nördlich und südlich angrenzenden Wänden befindet sich eine weitere Darstellung der Legende vom heiligen Hubertus. "Anno MDCCXXXIII Ego Johannes Friedericus Antonius L.B. de Bocholtz Satrapa in Wohldenberg Haec Fieri Feci. Dilecti Posteri Mementote Mei Et Orate Pro Me" - "Im Jahre 1733 habe ich, Johann Friedrich Anton Freiherr von Bocholtz, Statthalter in Wohldenberg, dieses anlegen lassen. Geliebte Nachkommen, gedenket meiner und betet für mich." Offensichtlich veranlasste der baufreudige Bischof - er ließ 1731 auch die St.-Hubertus-Kirche auf dem Wohldenberg errichten - seinen Domkapitular und bischöflichen Amtsvogt und Freiherrn, die Kapelle in den Felsen hauen zu lassen.

Inschrift
Inschrift Fürstbischofs Clemens August I.
Anbau Jägerhaus
Anbau mit Turm (1881)

Der Ursprung des heutigen Jägerhauses geht vermutlich auf Graf Ernst Friedrich Herbert von Münster (1766 bis 1839), dem damaligen Besitzer des zum Schloss umgebauten Kloster Derneburg, zurück. Er hatte das Gelände durch Tausch erworben und ließ um 1830 ein erstes Gebäude oberhalb der Grotte errichten. Es folgten im Laufe der Jahre weitere Umbauten - 1881 entstand der festungsartige Turm und 1936 ein Anbau im Norden. Der Ausbau in den 30er Jahren ist auf die alljährlich im November stattfindende Hubertusfeier zurückzuführen, der in dieser Zeit regelmäßig der "Reichsjägermeister" Hermann Göring beiwohnte. Noch heute wird das Jägerhaus als Weihestätte von der deutschen Jägerschaft genutzt.

Der nördlich der Gaststätte gelegene Parkplatz bietet viel Platz und ist Ausgangspunkt für Wanderungen durch den waldreichen Hainberg. Von hier sind es ca. 2 km bis zu den Bodensteiner Klippen im Süden oder ca. 4 km bis zu dem ebenfalls durch Johann Friedrich Anton von Bocholtz 1736 errichteten Jägerturm im Norden. Das Gebiet des Hainbergs ist auch bei Mountainbikefahrern sehr beliebt.


Kartenausschnitt von Google Maps




Gaststätten und Lokale

Die Gaststätte Jägerhaus im Hainberg befindet sich im Umbau und ist derzeit geschlossen.


Routenvorschlag

Wer in Braunschweig startet kann auf schnellstem Wege über die A39 Abfahrt Baddeckenstedt den Hainberg erreichen - ca. 48 km. Oder wähle selbst und trage deine Startadresse hier ein,
z. B. "Braunschweig, Schlossplatz". Die angezeigte Route vermeidet die Nutzung der Autobahn - die Einstellung kann unter "Optionen" geändert werden.





Parkplatz "Im Hainberg"



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