Offen durch's Braunschweiger Land

Wappen St BS
Stadtbild von Nord-Westen

Stadt Braunschweig

Namensgeber für das Land

Die Stadt Braunschweig liegt in Süd-Ost-Niedersachsen und ist Keimzelle und Namensgeber für das Braunschweiger Land. Die Gründung von zwei Siedlungen an einer Furt durch den Fluss Oker fand bereits im frühen Mittelalter statt - die Gründung wird jedoch allgemein auf das Jahr 1031 datiert, der ersten urkundlich nachweisbaren Erwähnung des Namens Brunesguik. Große Bedeutung erlangte Braunschweig erstmalig als Machtzentrum von Heinrich der Löwen, dem Herzog von Sachsen und Bayern (1142/1156 - 1180). Nach dem Tod von Heinrich dem Löwen 1195 war die Stadt bis 1269 Zentrum des Herzogtum Braunschweig-Lüneburg. Fast 160 Jahre nach der erblich bedingten Teilung des Herzogtums in die Fürstentümer Lüneburg und Braunschweig, kam es 1432 zur de facto reichsunmittelbaren Unabhängigkeit der Stadt. Das erstarkte Bürgertum hatte sich über die Jahre nicht nur wirtschaftlich gegen die verschiedenen Herzöge sondern auch politisch durchgesetzt, so dass diese quasi keine Rechte mehr in der Stadt selbst ausüben konnten und als unmittelbare Folge wurde die Residenz in das benachbarte Wolfenbüttel verlegt.

Burg Dankwarderode
Burg Dankwarderode, Burgplatz 4, 1887 - 1906 nach Plänen von Ludwig Winter im romanischen Stil wiederaufgebaut, heutige Nutzung durch das Herzog-Anton-Ulrich-Museum
Braunschweig um 1400
Braunschweig um 1400, noch heute ist der mittelalterliche Kern der Stadt auf einem Stadtplan erkennbar

Die Stadt entwickelte sich im Mittelalter zu einer bedeutenden Handelsstadt, war ab der Mitte des 13. Jahrhunderts Mitglied der Hanse und ab 1494 Vorort der sächsischen Hansestädte. Immer wieder versuchten verschiedene Herzöge ihre eigentliche Residenzstadt zurück zu erobern, doch ohne Erfolg. Die wehrhaften Befestigungsanlagen waren auch ein Grund, dass die Stadt den Dreißigjährigen Krieg (1618 - 1648) unbeschadet überstand - im Gegensatz zur Nachbarstadt Wolfenbüttel wurde Braunschweig nie besetzt. Jedoch die wirtschaftlichen Folgen dieses verheerenden Krieges kosteten der Stadt schließlich seine Unabhängigkeit. Gehörte Braunschweig 1669 zusammen mit Bremen, Danzig, Hamburg, Hildesheim, Lübeck, Köln, Osnabrück und Rostock noch zu den letzten 9 verbliebenen Städten der Hanse, gelang es Herzog Rudolf August und seinem jüngeren Bruder Anton Ulrich 1671 die Stadt nach fast 250 Jahren wieder unter fürstliche Herrschaft zu stellen.

Nach und nach bauten die folgenden Herzöge Braunschweig zur Residenzstadt aus, so dass 1753 Herzog Karl I. offiziell den Residenzsitz wieder von Wolfenbüttel nach Braunschweig verlegte. Dazu wurden vor allem östlich des Burgplatzes größere Areale für die höfische Verwaltung umgebaut. Das markanteste Gebäude war dabei sicherlich das ab 1717 erbaute Residenzschloss, bzw. der 1841 errichtete Nachfolgebau. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts entfaltete sich die Stadt nur innerhalb der Stadtmauern bzw. der Wallanlagen, die von den Oker-Umflutgräben umflossen wurden. Erst mit dem Bau des Bahnhofs für die Eisenbahn nach Wolfenbüttel 1838 begann sich die Stadt auch außerhalb der Befestigungsanlagen auszudehnen. Mit der Industrialisierung ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erweiterte sich das Stadtgebiet rund um den alten Kern ringförmig. Die heutige Innenstadt wurde stark durch die Folgen des Zweiten Weltkrieges geprägt. Zählte bis dahin Braunschweig zu den größten deutschen Fachwerkstädten, vernichteten zwei Bombenangriffe im Oktober 1944 90 Prozent der Innenstadt (innerhalb des Oker-Umflutgrabens). Die starken Zerstörungen vereinfachten den Wandel der Innenstadt zu einer modernen Großstadt im Sinne der an der Technischen Hochschule Braunschweig vermittelten Braunschweiger Architekturlehre der Nachkriegszeit.

Gewandhaus
Ostgiebel Gewandhaus, Altstadtmarkt 1, erbaut 1590/91 nach Plänen von Balthasar Kircher, 1948 - 50 nach Kriegszerstörungen neu aufgebaut
Ehemalige Roggenmühle
Ehemalige Roggenmühle, Hannoversche Straße 60, erbaut 1912 - 17, Architekt O. Orlieshausen, heute als Bürogebäude und Restaurant genutzt
Ehemaliger Hauptbahnhof
Ehemaliger Hauptbahnhof, Kalenwall 5, erbaut 1843/44, Architekt C. Th. Ottmer, heute als Verwaltungsgebäude der Braunschweigischen Landesbank genutzt

Im Laufe der nun folgenden Jahrzehnte wandelte sich das Stadtbild immer mehr von einem Industriell geprägten zu einem durch das Dienstleistungsgewerbe bestimmten Bild. Waren es noch vor dem Krieg Produktionsstätten wie Büssing, MIAG oder Voigtländer sind es heute Banken und Versicherungen, Verwaltung oder der Einzelhandel die die Wirtschaftskraft der Stadt bestimmen. Ebenfalls stadtbildprägend sind die vielen wissenschaftlichen Institutionen, wie z. B. die Technische Universität Carolo-Wilhelmina, die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, das Luftfahrt-Bundesamt und die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung oder die Physikalisch-Technische Bundesanstalt. Die letzte große städtebauliche Veränderung erfuhr der innerstädtische Bereich 1960 durch den Abriss des im Zweiten Weltkrieg stark zerstörten Residenzschlosses und durch die Verlegung des Hauptbahnhofes südwestlich des Innenstadtkerns an die Stelle des ehemaligen Braunschweiger Ostbahnhofs. Von dem alten Empfangsgebäude blieb nur noch die Nordfassade erhalten. Die dazugehörigen Gleisanlagen wurden abgerissen und an deren Stelle ein großer Park angelegt. Braunschweig erhielt anstatt eines Kopfbahnhofes einen Durchgangsbahnhof großstädtischen Ausmaßes, obwohl die Stadt zu diesem Zeitpunkt durch die deutsch-deutsche Teilung in einer Randlage lag und nur wenige Transitzüge den Bahnhof täglich passierten.

Historisch betrachtet bildet die Stadt Braunschweig zusammen mit dem Landkreis Wolfenbüttel, der östlichen Hälfte des heutigen Landkreises Peine, dem nördlichen Bereich der heutigen Stadt Salzgitter und dem Landkreis Helmstedt das Kernland des alten Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel. Mit einer Fläche von 192 km² steht die Stadt nur an sechster Stelle der Niedersächsischen Städte. Gemessen an der Einwohnerzahl von 251.300 Einwohnern ist Braunschweig nach der Landeshauptstadt Hannover die zweitgrößte Stadt des Bundeslandes. Seine heutige Stadtgrenze wurde endgültig durch die Niedersächsische Gebietsreform von 1972/74 festgelegt. Seit dieser Zeit ist Braunschweig eine kreisfreie Stadt mit 19 Stadtbezirken. Geografisch liegt die Stadt auf der Trennlinie zwischen den Lössböden des nördlichen Harzvorlands und der im nördlichen Stadtgebiet beginnenden Geest.

Die höchste Erhebung im Stadtgebiet ist der im Süd-Westen gelegene Geitelder Berg mit 111 m. Die Oker, die das Stadtgebiet in Süd-Nord-Richtung durchquert, ist der größte Fluss im Stadtgebiet. Zu den wichtigsten Verkehrsadern zählen die Bundesautobahn A2 im Norden und die A39 im Süden, die das Stadtgebiet jeweils von West nach Ost durchqueren. Die B1, von West nach Ost, sowie die B4 (bzw. A391), von Nord nach Süd, führen jeweils durch das Innere der Stadt. Eisenbahntechnisch ist Braunschweig an die Strecke Hannover - Magdeburg angebunden. Dabei wurde der einstige, historisch bedingte Kopfbahnhof in der Innenstadt 1960 durch den neuen Durchgangsbahnhof südlich des Zentrums ersetzt. Seit 1933 ist Braunschweig durch die Anbindung an den Mittellandkanal auch Hafenstadt und durch den ein Jahr später begonnenen Bau des Flughafens Braunschweig-Wolfsburg besitz Braunschweig heute auch eine Anbindung als Verkehrsflughafen für Forschung, Industrie, Touristik und Luftsport.

Hauptbahnhof Braunschweig
Hauptbahnhof Braunschweig, Berliner Platz 1, erbaut 1960, Architekt E. Dürkopp

Zu den besonderen kulturellen Attraktionen zählen unter anderem:

  • Altstadt: Altstadtmarkt, Echternstraße
  • Burgplatz: Dankwardstraße, Burgplatz, Vor der Burg
  • Jasperallee: Von der Oker bis zum Prinzenpark
  • Kohlmarkt: Bankplatz, Kohlmarkt, Schuhstraße
  • Magniviertel: Ölschlägern, Magnikirche, Am Magnitor
  • Neustadt: Alte Waage, Andreaskirche und Neustadtmühle
  • St Aegidien: Spohrplatz, Hinter Aegidien
  • Wallanlagen: Vom Wilhelmitorwall bis zum Löwenwall
  • etc. ...

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